Besuch

Naturschutzgebiet der „Wiesen von Orval“

WIE KANN MAN DIE FLEDERMÄUSE SCHÜTZEN ?


Die feuchte Talsohle, die sich ab der Kreuzung Orval unterhalb der Straße nach Florenville befindet, beherbergt extrem seltene Fledermauskolonien: Großes Mausohr (Myotis myotis), große Hufeisennase (Rhinolophus ferrumequinum), Kleine Hufeisennase (Rhinolophus hippoisideros), Wimperfledermaus (Myotis emarginatus). Diese geschützte Fauna ernährt sich in den Dachstühlen und unterirdischen Gewölben der Abtei und pflanzt sich dort auch fort.


Diese Wiese am Grunde des Tales wird in extensiver Beweidung bewirtschaftet, nämlich mit einer begrenzten Zahl von Tieren.


Das Ziel besteht darin, die Menge der vorhandenen Insekten zu erhöhen, denn sie sind die Nahrungsquelle der Fledermäuse.
Um dies zu tun, achtet man auf Folgendes:
•    Die Belastung durch Vieh möglichst gering zu halten und keinen Dünger zuführen (Blumenwiese)
•    Jegliche Zufuhr von Pestiziden zu unterbinden
•    Die Umwelt zu diversifizieren: Tümpel, Pfützen, Holzstapel


Spaziergang im Naturschutzgebiet von Orval

Ein Familienspaziergang von ungefähr 1 Stunde, in ebenem Gelände, mit einer schmalen Fußgängerbrücke über den Bach von Villiers und einem Rastplatz.
•    Sich auf eine Entdeckungsreise in das Leben der Fledermäuse begeben
•    Eine Herde Schottischer Hochlandrinder (Highland Cattle) treffen
•    Zu den Wurzeln eines Zisterzienser-Tals zurückkehren


Das Tal der Zisterzienser

Diese feuchte Talmulde ist eng mit der Geschichte des Lebens der Zisterzienser in Orval verbunden. Seit 1070 machte Arnould I., der Graf von Chiny, der ersten Klostergemeinschaft ein Stück Land zum Geschenk, einen ausgedehnten, wildreichen Buchenhochwald, der die Einsamkeit der Mönche bewahrte. Die Grenzen dieses allodialen Landbesitzes wurden im Jahre 1132 bestätigt, als Orval Zisterzienser-Abtei wurde, und erhielten sich bis zum Jahre 1793, dem Datum ihrer Zerstörung.

Die Zisterzienser verwenden die Wasserläufe für ihren Betrieb. Sie erbauen Deiche mit fischreichen Teichen, verfügen über Schaufelräder und entwickeln ab 1529 mit der Genehmigung von Karl V. einen Eisenhüttenkomplex vor den Toren des Klosters. Der Hauptteich der Schmieden und Hüttenbetriebe ist am Zusammenfluss von drei Wasserläufen: Im Westen der Williers, der von Chameleux kommt und die großen Wiesen des Alfait bewässert, die heutzutage geschützt sind; die Mühle flußabwärts der Abtei; und der Courwez, der einen unterirdischen Aquädukt speiste. Diese drei Bäche bilden die Marche, die sich bis nach Villiers-devant-Orval schlängelt und dann in die Jette mündet, welche die Grenze der französischen Gaume bildet.

Außerdem birgt dieser Teil Lothringens Eisenmineral, besonders die Minette (Brauneisenoolith), die „Wiesenminerale“ genannt werden. Mit Niederwald von Weißbuchen, die in Holzkohle umgewandelt wurden, waren alle Bedingungen vereinigt, um die Aktivität der Schmieden und ihrer vielfältigen Werkstätten zur Eisenbearbeitung zu begünstigen: Frischen, Schneiden, spanende Bearbeitung, Nagelherstellung, Platinieren usw. Im 18. Jahrhundert arbeitete sich die Hüttenindustrie der Abtei in Bezug auf die Produktion der Gusseisenmassel auf den allerersten Platz des lothringischen Beckens hoch.

Bei der Rückkehr der Mönche im Jahre 1920 diente die Talmulde als Weide für eine Herde von Milchkühen, welche die Milch für die Käserei der Abtei liefern.

∧ top